Markenkern und AHK-Strategie 2025:
Die  deutschen Auslandshandelskammern blicken nach vorne

Autor: Dr. Michael Blank, DIHK

Die Deutschen Auslandshandelskammern, Delegationen und Repräsentanzen der Deutschen Wirtschaft (AHKs) haben sich im November 2016 auf den Weg in die Zukunft gemacht – in das Jahr 2025, genau genommen: Im November 2016 haben der Dachverband der deutschen Industrie- und Handelskammern (DIHK) und die AHKs entschieden, eine „Strategie AHK 2025“ zu entwickeln – dies vor dem Hintergrund einer gleichzeitig durchzuführenden Standortbestimmung der AHKs, dem sog. AHK-Markenkern.

 

Der Markenkern soll Auskunft geben darüber, wie die AHKs bei ihren wichtigsten Zielgruppen positioniert sind (Kunden, Mitgliedern, Vorständen und natürlich auch den Mitarbeitern), welche Markenidentität sie haben, wo sie gut sind, und wo sie noch besser werden können.

 

Dieser Prozess wurde in Form einer groß angelegten Onlinebefragung gestartet, an der sich über 4.000 Personen aus den 4 Zielgruppen beteiligt haben.

 

Die Ergebnisse sind aussagestark, da fast 60% der Kunden, Mitglieder und Vorstände die AHK bereits seit mehr als 5 Jahren kennen; bei den Mitarbeitern waren es knapp 50%.

 

Die zentralen Ergebnisse sind für alle Beteiligten wichtig und hilfreich, obgleich sie nicht immer ganz überraschend kamen: So wurde bspw. als bedeutendste Stärke der AHKs das breite Netzwerk vor Ort und in Deutschland herausgestellt. Die Weiterempfehlungsbereitschaft aller befragten Gruppen war erfreulich hoch, insbesondere bei den Vorständen, Mitarbeitern und Kunden der AHKs.

 

Noch weiter verbessern können sich die AHKs in den nächsten Jahren bei:

 

zeitgemäßen Dienstleistungen

digitalem Auftritt (nach innen und nach außen)

Branchenexpertise der Mitarbeiter

adäquatem Reagieren auf Trends (z. B. Digitalisierung, Industrie 4.0, Startups)

stärkerem Austausch zwischen den einzelnen AHKs

 

Diese Ergebnisse weisen in unterschiedliche Richtungen und könnten in viele Handlungsempfehlungen münden. Um das Ganze zu bündeln, wurden 5 Themenfelder definiert, unter denen dann jeweils separat Maßnahmen beschlossen und umgesetzt werden sollen. Diese bilden insgesamt dann die Strategie AHK 2025. Die Themenfelder sind: Personal, Märkte & Potenziale sowie die drei Säulen des täglichen AHK-Geschäfts, die Dienstleistungen, die Mitgliedschaft und die wirtschaftspolitische Interessenvertretung.

 

Zu jedem dieser Themenfelder wurden im Rahmen diverser Workshops und auf den Regionaltagungen zentrale Ziele entwickelt und formuliert. Im Rahmen der diesjährigen AHK-Weltkonferenz in Berlin fällt der Startschuss für die Umsetzung.

 

Mit ihrer „Strategie AHK 2025“ stehen die Kammern nicht alleine da. Eine Vielzahl weiterer Unternehmen und Institutionen bauen derzeit an einer „Vision 2025“, u. a. sind dies: Porsche, ZF Friedrichshafen, Aurubis, Audi, BMW, der Flughafen München, die Städte Brüssel, Zürich, Tulsa und Johnstown im US-Bundesstaat Pennsylvania, der Staat Sri Lanka und sogar der SV Lippstadt.

 

Es gibt sicherlich viele verschiedene Gründe für deren Blick nach vorne. In vielen Fällen dürfte eine gewisse Unsicherheit der Auslöser sein, wie die Welt von morgen aussehen wird. Die letzten 20 Jahre haben enorme Veränderungen in wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Hinsicht gebracht, und ein Ende dieser Disruptionen scheint nicht absehbar. Ein Orientierungsrahmen mit konkreten Handlungsempfehlungen kann vor diesem Hintergrund bisweilen hilfreich sein.

 

Die AHKs jedenfalls sind sich bewusst, dass sich die Welt weiter ändern wird und sie mitziehen müssen. Deshalb sind AHK-Markenkern und Strategie AHK 2025 unverzichtbare Bestandteile für deren Blick nach vorne.

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